Parkhaus Pinnasberg in St. Pauli

Parkhaus Pinnasberg
Parkhaus Pinnasberg

Parkhaus Pinnasberg – das erste eigene Wohnprojekt der Genossenschaft St.Pauli Hafenstraße eG in St. Pauli-Süd 

Wer die Chance hat, ganz oben auf der Terrasse des „Parkhaus Pinnasberg“  zu stehen,  kann einen der schönsten Blicke auf die Elbe und den Hafen genießen, den Hamburg zu bieten hat und sonntagmorgens auch auf den Trubel des Fischmarkts.  Das sog „Parkhaus“ ist jedoch nicht das, was der Name nahelegt,  sondern ein Wohnprojekt an einem jungen Park mit dem auch nicht direkt nachvollziehbaren Namen: „Park-Fiction“. Der hat es 2002 bis zur „documenta“ nach Kassel und danach zu einer ausführlichen Darstellung in Wikipedia gebracht  .

Doch jetzt erst einmal zum Wohnprojekt. Es gibt von der Elbe den Blick auf die St. Pauli Kirche frei und schließt nach Süden zu Osten die Wohnbebauung am Pinnasberg mit einer halbrunden Fassade ab. Dann kommt unverkennbar „Park-Fiktion“ mit seinen berühmten Palmen und dem sog. „fliegenden Teppich“ zum „chillen“ – wie es neudeutsch heißt. Und ein paar hundert Meter weiter in Richtung Innenstadt stehen die Häuser des wohl bekanntesten Wohnprojekts der Republik: in der St. Pauli Hafenstraße. Mit all dem hat die Entstehung des „Parkhaus am Pinnasberg“ zu tun.  

Die Lage ist stadträumlich und entstehungsgeschichtlich prominent. Anfang der 90er wurde von Stadtteilbewohnern an einer Grünfläche vor der St. Pauli-Kirche geplant. Von diesen Ideen waren die zuständigen lokalen Politiker nicht  sonderlich begeistert. Sie wollten dort Wohnungsbau haben.  Am Ende gab es beides: mit dem „Parkhaus Pinnasberg“ Wohnungsbau und mit „Park-Fiktion“ einen Park.

Unterstützt wurden die InitiatorInnen von Park-Fiktion wie die desParkhauses vom damaligen Hafenrandverein  und der „Gemeinwesenarbeit St. Pauli“. 1993 war zum ersten Initiativtreffen für Interessierte geladen. Man kann sich vorstellen, dass die Planungen nicht so zügig vorangingen, wie es sich die zukünftigen WohnprojektlerInnen gewünscht hatten. Dafür hatte es in den 80er und 90er Jahren zu viel Unruhe im Stadtteil um die St. Pauli-Hafenstraße gegeben. Aber die InitiatorInnen blieben beharrlich und ließen sich nicht entmutigen.

Als das Projekt endlich zehn Jahre später fertig wurde, war mit dem elfgeschossigen Gebäude das angeblich größte Passivhaus Europas entstanden, in das 40 Menschen im Alter von 4 bis 90 Jahren einzogen: jung und alt, mit Behinderung und ohne, solche mit ganz wenig Einkommen und andere mit etwas mehr. Das war so gewollt: ein kleines Abbild der Gesellschaft, multikulturell und sozial integrativ  sollte entstehen. Eigentümerin des Gebäudes ist die „Genossenschaft St. Pauli Hafenstraße eG“, die damit ihr erstes eigenes Bauprojekt verwirklichen konnte.

Und am Ende noch einmal einen Blick auf „Park-Fiction“. Die BewohnerInnen des „Parkhaus Pinnasberg“ waren von  Anfang an in dessen Planung einbezogen. Ihre heutigen BewohnerInnen kümmern sich mit anderen um die Bewirtschaftung des quirligen Stadtteilparks, der vor allem im Sommer zu einer Tag und Nacht genutzten öffentlichen Fläche geworden ist.

Projektdaten

1. Projektname: Parkhaus Pinnasberg
2. Eigentümer. Genossenschaft St. Pauli-Hafenstraße e. G.
3. Nutzer: Parkhaus e.V.
4. Architekt  Plan R - Joachim Reinig, Rolf Sandow
5. Größe : 19  WE /  1.500 qm Wohnfläche
6. Finanzierung: WK geförderter Mietwohnungsbau
7. STATTBAU als Baubetreuerin


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