Inter - Pares, erstes Wohnprojekt des Mietshäusersyndikats

Inter - pares Wohnprojekt
Inter - Pares Wohnprojekt

 „Inter - Pares“ in Hamburg-Altona ist eine neue Facette im bunten Strauß der Vielfalt Hamburger Wohnprojekte. Es gehört zu den mittlerweise 51 (Stand Februar 2011) Hausprojekten des in Freiburg entstandenen „Mietshäuser-Syndikats“, die sich über die gesamte Bundesrepublik verteilen. Viele weitere Interessengruppen haben sich den Ideen des Syndikats verbindlich angeschlossen, ohne schon konkret ein Wohnprojekt zu realisieren. Das „Mietshäuser-Syndikat“ stellt dabei den Verbund zwischen den verschiedenen lokalen Wohnprojekten und Interessengruppen her, die sich gegenseitig unterstützen.

Die  Projekte sind weder – wie das üblicherweise der Fall ist - genossenschaftlich noch in der Rechtsform der Wohnungseigentümergemeinschaft organisiert sondern als GmbH.  Und das funktioniert im Prinzip wie folgt: Jedes einzelne Wohnprojekt besteht aus einer „Hausbesitz GmbH“ mit zwei Gesellschaftern, die jeweils 50 % Anteile an dieser GmbH innehaben:  das „Mietshäuser-Syndikat“ einerseits  und der jeweilige Hausverein andererseits.

Das bedeutet: Kein Gesellschafter kann den anderen überstimmen.  Auf diese Weise kann eine Veräußerung und die Spekulation aller oder Einzelner mit dem Wohnraum verhindert werden. Soweit in Kürze das spannende und erfolgreiche Konzept des „Mietshäuser Syndikats“.

Das Hamburger Syndikatsprojekt trägt den Namen „inter-pares“  und dieser bedeutet übersetzt „unter Gleichen“ – so, wie sich Genossenschaftsmitglieder untereinander auch definieren.  Diese Assoziation mit dem Genossenschaftsgedanken ist nicht so weit hergeholt, wenngleich die Rechtformen der GmbH und die der eingetragenen Genossenschaft doch sehr unterschiedlich sind.

Schon 2003 begannen die Initiatoren  von „Inter-pares“, „die Idee eines gemeinschaftlichen, kommunikativen, sozial gerechten und selbstverwalteten Lebens und Wohnens in die Tat umzusetzen“, wie sie in einem Flyer schreiben. Ein zentrales Ziel des Projekts war es auch, ganz praktisch etwas dagegen zu tun, dass in Hamburg in den innenstadtnahen Quartieren die Wohnkosten explodieren. Denn dessen Lage befindet sich in Altona Altstadt, zwischen Ottensen, St. Pauli und der Schanze, allesamt  Quartiere, die von großem Aufwertungsdruck betroffen sind. In der Chemnitzstraße kauften sie „ihr“ Grundstück, auf dem sich früher die Hamburger Redaktion der „Taz Hamburg“ befand. Das alte Gebäude wurde abgerissen

2009 wurden dort neun Sozialwohnungen in einem KfW 40 Haus errichtet, die 2010 von überwiegend jungen Menschen und Familien mit Kindern bezogen wurde.  Im Erdgeschoss befinden sich ein Vertrieb für fair gehandelten Kaffee aus Zentralamerika sowie Gemeinschaftsräume.  Ungewöhnlich ist bei diesem Projekt, dass für den Bauwagenplatz „Hospi“, der sich schon länger auf dem Grundstück in der Chemnitzstraße befand, extra eine Tordurchfahrt geschaffen wurde. Damit konnten die Bauwagenbewohner bleiben und ihre Wagen sind weiterhin mobil.

Alle wohnen  dort zusammen unter dem Motto: „Gerechter leben in Altona“.

Projektdaten
1. Projektname: inter-pares
2. Eigentümer:  inter-pares Hausverwaltungs-GmbH
3. Nutzer: inter-pares e.V.
4. Architekt: Rapp und Tochtenhagen Bauplanung GmbH
5. Größe : 9  WE /  800qm Wohnfläche
6. Finanzierung:  FHH Baugemeinschaftsförderung
7. STATTBAU als Baubetreuerin


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