GOFI - LUZIE Mehrgenerationenwohnprojekt

GOFI- LUZIE Mehrgenerationenwohnprojekt
GOFI - LUZIE Mehrgenerationenwohnprojekt

Die Wohngruppe „GOFI“ zählt zu den ältesten Interessengruppen in Hamburg. Sie hatte sich schon 1995 unter dem nicht unmittelbar verständlichen Namen gegründet. GOFI  steht für „Gruppenorientierte Finanzierung“.  In den Gründertagen hatte man sich mit den Grauen Panthern in Dänemark in realisierten Wohnprojekten umgesehen und kam mit vielen Anregungen und ebensogroßen Erwartungen nach Hamburg zurück, um dort etwas Ähnliches zu verwirklichen. Aber das sollte dauern. Ein paar Jahre später hatte man sich um Grundstücke bei der Stadt beworben, aber erst 2004 konnte sich die Gruppe auf den jetzigen Standort einigen. Bis zum Richtfest vergingen dann weitere vier Jahre – eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Erstaunlich nur, dass es Mitglieder gibt, die von den ersten Anfängen bis zum Bezug durchgehalten haben. 

Das Grundstück befindet sich in prominenter und gut bürgerlicher Wohnlage, auf dem Gelände des ehemaligen Anzuchtgartens  des Ohlsdorfer Friedhofs und nicht weit entfernt vom S-Bahnhof Kornweg.  Nur: Die GOFIS waren inzwischen stark geschrumpft. Da traf es sich gut,  dass auf dem Wohnprojektetag 2004 eine Gruppe mit Interesse am Mitwohnen gefunden werden konnte:  „LUZIE - Generationsübergreifendes  Wohnen für Frauen“.  Auch LUZIE ist ein Kunstwort, dessen Zusammensetzung sich jedoch nicht mehr erschließen lässt.   Im LUZIE–Teil des Wohnprojekts haben ausschließlich Frauen/Lesben ihr soziales Netzwerk aufgebaut und verfügen über die Mietverträge für ihre Wohnungen.  Männer sind  als Gäste, Freunde, Brüder, Besucher und Nachbarn herzlich willkommen – nur eben nicht als Wohnungsinhaber.  So soll es auch bleiben.

Als Dritter im Bunde fungiert die Baugenossenschaft der Buchdrucker eG,  eine klassische Hamburger Wohnungsgenossenschaft aus dem Jahr 1927, die   1.700 Wohneinheiten  in ihrem Eigentum hat. Sie wurde  2005 von STATTBAU angesprochen, nachdem deutlich geworden war, dass bei GOFI-LUZIE mehrheitlich Personen einziehen wollten, die sich keine Wohnung im Eigentum leisten konnten. Alle Wohnungen wurden in einem mehrere Jahre andauernden Planungsprozess unter maßgeblicher Beteiligung der späteren Bewohnerinnen und Bewohner  geplant.

In der Tat wurde das Thema Finanzierung zu einer Besonderheit des Projekts: Zwölf Wohnungen befinden sich im individuellen Eigentum ihrer Nutzerinnen und Nutzer. 30 unterschiedlich große Mietwohnungen gehören der Buchdrucker Genossenschaft und unterteilen sich in frei finanzierte und geförderte Wohnungen.

Das alles wird zusammengehalten vom „GOFI – Zusammenwohnverein e.V.“, der u.a. auch das Belegungsrecht für die Genossenschaftswohnungen hat.

Projektdaten
1. Projektname: GOFI-LUZIE
2. Eigentümer: WEG Sodenkamp 5-9  und  Baugenossenschaft der Buchdrucker eG
3. Nutzer: GOFI- Zusammenwohnverein e.V.
4. Architekt: ams – Architekten Seifert und Möller
5. Größe : 42 WE /  3200 qm Wohnfläche mit Gemeinschaftsraum
6. Finanzierung:  Frei finanzierte Miet- und Eigentumswohnungen
                         FHH Baugemeinschaftsfinanzierung
7. STATTBAU als Baubetreuerin

Vgl.  auch
Frank Seeger
„Neues Wohnen oder doch nur ein alter Hut, Motivation einer Genossenschaft“
in Freihaus Nr. 14, Oktober 2007

Diethelm Zeller
„Generationsübergreifendes Wohnen in Klein Borstel, Was lange währt  ...“
in Freihaus Nr. 16, Juli 2009

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