Künstlerhaus Sootbörn

Künstlerhaus Sootbörn 22 in Hamburg Niendorf
Künstlerhaus Sootbörn 22 in Hamburg Niendorf

Modernisierung für die Künstler

Nach vielen Jahren Bemühens und Bauens wurde am 28. Oktober 2006 das modernisierte Künstlerhaus am Sootbörn nach umfangreichen Sanierungen im Stadtteil Niendorf wieder eröffnet.

Jahrelang hatten sich Künstler, Kulturbehörde sowie Denkmalschützer für den Erhalt dieses inzwischen fast achtzig Jahre alten Bauwerkes, welches zu den letzten übrig gebliebenen Bauten im Bauhausstil gehört, eingesetzt.

Von 1927-1929 bauten die Architekten Ernst und Wilhelm Langloh an dem ehemaligen Schulgebäude, welches als erste und einzige Mittelschule in ganz Niendorf, Schnelsen und Lokstedt zunächst 200 Schüler beherbergen sollte. 1950 waren es schon 1530 Schüler und Schülerinnen, die sich schichtenweise und auch am Wochenende die Unterrichtsräume der inzwischen auch zur Oberschule gewachsenen Einrichtung teilen mussten.

Durch den Ausbau des nahe gelegenen Flughafens Fuhlsbüttel mussten Ende der 50er Jahre zunächst die zwei oberen Stockwerke weichen; aus der Schule wurde eine notdürftig gesicherte Ruine. Der Unterricht konnte auch aufgrund des zunehmenden Fluglärmes nicht mehr ordnungsgemäß stattfinden; der damals von seinen Schülern „Glaskasten“ genannte Schulbau musste seine Funktion einstellen. Ab 1962 wurde das Gebäude lediglich noch als zentrales Möbel- und Schulmateriallager der Hamburger Schulbehörde genutzt.

Ab Ende der 80er Jahre wurde die Idee, Teile der Schule als Künstlerhaus zu nutzen von einer kleinen Gruppe engagierter KünstlerInnen intensiv in Angriff genommen. Langwierige Verhandlungen mit der Schulbehörde hatten schließlich ein zufrieden stellendes Ergebnis: 1992 verlagerte die Schulbehörde ihr Möbellager und übergab die Schlüssel der Kulturbehörde, die die ehemalige Schule mit erheblichem finanziellen Aufwand renovierte und zu einem Künstlerhaus mit 14 Ateliers umfunktionierte.

Im Jahr 2001 übernahm die STATTBAU HAMBURG GmbH die Fortsetzung der Sanierung. Seit 2002 erfolgte in mehreren Bauabschnitten eine umfassende Instandsetzung und Dämmung durch den Beschäftigungsträger ALH (Arbeit und Lernen Hamburg). Im Herbst 2003 feierte das Künstlerhaus Sootbörn sein 10-jähriges Bestehen, jegliche Baumaßnahmen wurden 2006 abgeschlossen.

Heute erstrahlt die Fassade des Gebäudes in weißem Putz, eckige Pfeiler leuchten kobaltblau. Der Verein Ateliers für die Kunst vergibt die Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen. So will die Kulturbehörde als Eigentümerin vor allem bezahlbare Atelierplätze in der Stadt fördern.

Insgesamt arbeiten im Künstlerhaus derzeit 19 KünstlerInnen in den Disziplinen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Fotografie, Video, Performance und Installation. Die frühere Aula ist ein hervorragender Ausstellungs- und Vortragsraum.

Projektdaten
Projekt: Künstlerhaus Sootbörn
Eigentümer: Kulturbehörde
Architektur: Manfred Gerber (STATTBAU)
Gebäude: ca. 2000 qm
Finanzierung/Förderung: Kulturbehörde
Baubeginn: Instandsetzung ab 2002
Fertigstellung: September 2006

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