Forschungsprojekt Langenhorn

Forschungsprojekt: Klassische Genossenschaft meets Wohnprojekte

In der Zeit von 2004 bis 2006 wurde von der damaligen Bundesanstalt für Bauordnung und Raumordnung das bundesweit ausgeschriebene ExWoSt-Forschungsfeld „Modelle genossenschaftlichen Wohnens“ durchgeführt. Daran beteiligte sich STATTBAU u. a. mit der Begleitforschung zu den heutigen Wohnprojekten am Bärenhof in Hamburg-Langenhorn. Unter den 21 zum Forschungsfeld zugelassenen Modellprojekten zeichnete sich dieses Hamburger Vorhaben dadurch aus, dass eine klassische Wohnungsgenossenschaft, die Baugenossenschaft FLUWOG NORDMARK eG , zwei Wohnprojekte realisiert hat: die der „olen Smugglers“ und der „Tarpens“.

Am Beispiel dieses Modellvorhabens konnte aufgezeigt werden, dass Kooperationen von traditionellen Genossenschaften und Wohnprojekten konstruktiv gestaltet werden können und wie sie für beide Seiten zu produktiven Ergebnissen führen.

  1. Durch eine zielgerichtete Politik können Kommunen auch traditionelle Wohnungsbauunternehmen für neue Wohnformen gewinnen. In Hamburg sind dies die „Agentur für Baugemeinschaften“, die Vergabe von interessanten städtischen Grundstücken sowie ein bundeslandgesteuertes Förderprogramm für Wohnprojekte.
  2. Sowohl junge Familien wie auch ältere Menschen sind interessierte Nachfrager für neue Wohnformen in klassischen Wohnungsgenossenschaften, wenn sie gezielt darauf angesprochen werden.
  3. Um solche Projekte möglichst effizient zu realisieren, braucht es genossenschaftliche Träger, die sich darauf einlassen, ihre zukünftigen Nutzer in die Planung und die Belegung des Wohnraums einzubinden und ihnen vertraglich abgesichert qualifizierte Mitwirkungsrechte einzuräumen.
  4. Sehr hilfreich ist dabei ein fachpolitisches Umfeld, bestehend aus Architekten und Betreuern, das sich mit den Usancen und Befindlichkeiten aller beteiligten Projektakteure auskennt und Beteiligungsverfahren stringent organisiert.
  5. Klassische Wohnungsbaugenossenschaften mit ihren Potenzialen können die Schwellen für Interessierte soweit senken, dass Personenkreise in Wohnprojekte einziehen können, die nicht über relevante finanzielle Möglichkeiten verfügen.
  6. Wohnprojekte interpretieren hergebrachte genossenschaftliche Werte modern: die von Selbsthilfe, Selbstorganisation  und Selbstverwaltung. Sie geben damit den klassischen Wohnungsbaugenossenschaften ein modernes Image.

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